Expertise Nachhaltiges Wirtschaften – Wirtschaft unter Druck: Warum Unternehmen in Augsburg Klimarisiken ernst nehmen müssen
Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst nicht mehr nur eine Prognose, sondern eine wirtschaftliche Realität. Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen, die von Hochwasser über Wasserknappheit bis hin zu steigenden Energiekosten reichen. Doch wie gut sind Unternehmen in Augsburg auf diese Risiken vorbereitet? Und welche Maßnahmen sind notwendig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben? Über diese Themen spricht Thomas Nieborowsky, Geschäftsführer des Kompetenzzentrum Umwelt e.V. (KUMAS) im Interview.
Augsburgs Klimarisiken: Eine unterschätzte Bedrohung?
Der Wirtschaftsstandort Augsburg bietet einige natürliche Vorteile: Eine gute Wasserversorgung, stabile Strom- und Energieinfrastruktur sowie eine zentrale Verkehrsanbindung. Doch gerade diese Faktoren können durch den Klimawandel ins Wanken geraten. Hochwasser- und Starkregenereignisse nehmen zu, während gleichzeitig sinkende Grundwasserneubildungsraten langfristig zu Engpässen führen könnten.
Besonders betroffen sind produzierende Unternehmen, die auf eine gesicherte Rohstoff- und Wasserversorgung angewiesen sind. "Es gibt bereits Regionen in Bayern, wo Wasser rationiert wird", erklärt Thomas Nieborowsky von KUMAS. "Auch wenn Augsburg derzeit noch gut aufgestellt ist, sollten Unternehmen das Risiko nicht unterschätzen."
Neben der Wasserversorgung birgt auch die Energiefrage Risiken. Extreme Temperaturen und anhaltende Trockenperioden können sich auf die Verfügbarkeit von Kühlwasser für Produktionsprozesse auswirken. "Am Main gibt es bereits Selbstverpflichtungen für Unternehmen, ihre Produktion bei zu hohen Wassertemperaturen herunterzufahren. Eine solche Entwicklung könnte auch in Augsburg eintreten", so Nieborowsky. "Hinzu kommt, dass die Grundwasserneubildung in Bayern seit Jahren rückläufig ist, was langfristig zu Problemen führen wird."
Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst nicht mehr nur eine Prognose, sondern eine wirtschaftliche Realität. Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen, die von Hochwasser über Wasserknappheit bis hin zu steigenden Energiekosten reichen. Doch wie gut sind Unternehmen in Augsburg auf diese Risiken vorbereitet? Und welche Maßnahmen sind notwendig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben? Über diese Themen spricht Thomas Nieborowsky, Geschäftsführer des Kompetenzzentrum Umwelt e.V. (KUMAS) im Interview.
Augsburgs Klimarisiken: Eine unterschätzte Bedrohung?
Der Wirtschaftsstandort Augsburg bietet einige natürliche Vorteile: Eine gute Wasserversorgung, stabile Strom- und Energieinfrastruktur sowie eine zentrale Verkehrsanbindung. Doch gerade diese Faktoren können durch den Klimawandel ins Wanken geraten. Hochwasser- und Starkregenereignisse nehmen zu, während gleichzeitig sinkende Grundwasserneubildungsraten langfristig zu Engpässen führen könnten.
Besonders betroffen sind produzierende Unternehmen, die auf eine gesicherte Rohstoff- und Wasserversorgung angewiesen sind. "Es gibt bereits Regionen in Bayern, wo Wasser rationiert wird", erklärt Thomas Nieborowsky von KUMAS. "Auch wenn Augsburg derzeit noch gut aufgestellt ist, sollten Unternehmen das Risiko nicht unterschätzen."
Neben der Wasserversorgung birgt auch die Energiefrage Risiken. Extreme Temperaturen und anhaltende Trockenperioden können sich auf die Verfügbarkeit von Kühlwasser für Produktionsprozesse auswirken. "Am Main gibt es bereits Selbstverpflichtungen für Unternehmen, ihre Produktion bei zu hohen Wassertemperaturen herunterzufahren. Eine solche Entwicklung könnte auch in Augsburg eintreten", so Nieborowsky. "Hinzu kommt, dass die Grundwasserneubildung in Bayern seit Jahren rückläufig ist, was langfristig zu Problemen führen wird."
Wie Unternehmen sich schützen können
Unternehmen können und müssen aktiv werden, um sich vor Klimarisiken zu schützen. Dazu gehören:
Systematisches Risikomanagement: Unternehmen sollten Klimarisiken als festen Bestandteil ihrer Managementprozesse etablieren.
Wassermanagement: Strategien zur Sicherstellung der Wasserversorgung und -nutzung sind essenziell.
Energieeffizienz: Investitionen in nachhaltige Energiequellen und effizientere Produktionsprozesse sichern langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Regionale Lieferketten: Eine Stärkung der regionalen Produktion kann Abhängigkeiten von globalen Krisen reduzieren.
Die Illusion der Klimaneutralität?
Ein wichtiger Punkt, den Thomas Nieborowsky betont, ist die Diskrepanz zwischen politischen Klimazielen und deren tatsächlicher Umsetzung. "Wir haben eine riesige Lücke zwischen Zielstellung und Realität. Jeder weiß das, und trotzdem gehen wir hin und setzen uns Ziele wie Klimaneutralität bis 2040, ohne realistisch darzustellen, wie das erreicht werden soll", erklärt er. "Unternehmen und Politik müssen ehrlich sein und zugeben, dass es nur eine schrittweise Annäherung geben kann, aber keine schnelle Lösung."
Er warnt vor Greenwashing und unrealistischen Versprechen, die langfristig mehr Schaden anrichten als helfen.
"Wir verhalten uns möglichst klimarelevant, aber wir müssen auch ehrlich sagen, welche Konsequenzen das hat und wo die Grenzen der Umsetzbarkeit liegen."
Kostenfaktor statt Zukunftssicherung?
Ein weiteres Problem: Klimarisikomanagement wird von vielen Unternehmen noch nicht ausreichend als Priorität erkannt. "Klimarisiken sind zukünftige Kosten, die heute nicht greifbar sind. Erst wenige Unternehmen haben Managementsysteme etabliert, um diese Risiken systematisch zu erfassen und abzusichern", betont Nieborowsky im Interview. "Hinzu kommt, dass viele Unternehmen sich auf kurzfristige finanzielle Vorteile konzentrieren und langfristige Risiken ausblenden."
Viele Betriebe sehen aktuell vor allem den Kostenfaktor. Investitionen in nachhaltige Technologien oder Risikovorsorge werden nur getätigt, wenn sie sich kurzfristig amortisieren. Dies ist eine trügerische Strategie, denn gerade Hochwasser, Rohstoffengpässe oder steigende Energiekosten können existenzbedrohende Folgen haben. "Es ist wie bei einer Versicherung – man zahlt für den Schutz, bevor der Schaden eintritt. Leider denken viele Unternehmen erst dann darüber nach, wenn es zu spät ist."
KUMAS - Kompetenzzentrum Umwelt e.V.
KUMAS (Kompetenzzentrum Umwelt e.V.) ist ein Netzwerk für Umwelttechnologie mit Sitz in Augsburg. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 unterstützt KUMAS Unternehmen, Institutionen und Kommunen bei der Umsetzung nachhaltiger Umweltstrategien und fördert den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Ein besonderes Merkmal von KUMAS sind die drei zentralen Fachveranstaltungen: die Bayerischen Abfall- und Deponietage, die Bayerischen Immissionsschutztage und die Bayerischen Wassertage. Diese Kongresse bieten eine Plattform für Wissenstransfer, Best Practices und aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Immissionsschutz und Gewässerschutz. Mit seinem breiten Netzwerk trägt KUMAS dazu bei, nachhaltige Lösungen für Umwelt- und Klimaschutz voranzutreiben.
Netzwerke als Schlüssel zur Klimaanpassung
Klimarisikomanagement erfordert den Austausch von Wissen und bewährten Strategien. Netzwerke wie KUMAS oder ÖKOPROFIT bieten Unternehmen wertvolle Plattformen, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln und voneinander zu lernen. "Wir vermitteln Best Practices und bieten Plattformen für den Austausch – Unternehmen sollten diese Möglichkeiten nutzen, um sich besser auf Klimarisiken vorzubereiten", rät Thomas Nieborowsky. Der Dialog mit anderen Unternehmen kann nicht nur Risiken minimieren, sondern auch neue Geschäftsmodelle und Innovationspotenziale eröffnen.
Klimarisikomanagement als Wettbewerbsvorteil
Der Klimawandel stellt Unternehmen in Augsburg vor Herausforderungen, die weitreichende wirtschaftliche Folgen haben können. Doch wer frühzeitig handelt, kann nicht nur Risiken minimieren, sondern auch Wettbewerbsvorteile generieren.
"Wer jetzt investiert, wird langfristig profitieren. Die Frage ist nicht, ob Klimarisikomanagement notwendig ist, sondern wann es verpflichtend wird."
Es geht nicht darum, Klimaschutz als reines Kostenproblem zu sehen, sondern als strategische Zukunftssicherung. Unternehmen müssen sich von unrealistischen Klimaschutz-Zielvorgaben lösen und einen ehrlichen, pragmatischen Weg zur Anpassung einschlagen. "Wir brauchen eine realistische Perspektive, die Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekte vereint", betont Nieborowsky.
Der Appell an Unternehmen ist klar: Handeln Sie jetzt, bevor das Risiko zur Krise wird.
Kontakt
KUMAS - Kompetenzzentrum Umwelt e. V.
Geschäftsführung, Geschäftsleitungsebene
Am Mittleren Moos 48
86167 Augsburg
+49 821 45078-120
+49 821 450781-11
nieborowsky@kumas.de
http://www.kumas.de